Reise in ein vergessenes Land


 
4380-ccc1.jpgBesuch der Wirtschaftsdelegation unseres Wirtschaftministers Walter Hirche mit 19 exportorientierten Unternehmen Niedersachsens nach Jordanien, Ägypten und Libyen
vom 13.07.-20.07.2005
 
Für die Besucher unserer Website einen kurzen Abriss der Wirtschaftsdelegationsreise des Ministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Herrn Walter Hirche, den Mitgliedern der Staatskanzlei, der IHK und den 19 niedersächsischen exportorientierten Unternehmen in die Länder Jordanien, Ägypten und Libyen vom 13.07.-20.07.2005.

4381-schwickert1.jpgAm 13.07.2005 sind wir morgens von Langenhagen/Hannover mit Wirtschaftsminister Walter Hirche, seiner Ministerialbürokratie, aber auch den 19 Unternehmen mit ihren Repräsentanten unter anderem drei Weltkonzerne wie VW, TUI der deutschen Messe AG und den Hamelnern Unternehmern Ali Memari-Fard, CEMAG Anlagenbau GmbH und Gerhard Schwickert Firma Schwickert Baumaschinen und Nutzfahrzeuge GmbH, Coppenbrügge OT Marienau gestartet. Zielrichtung dieser Reise war die außerhalb der bekannten Informationsmöglichkeiten wie Presse, Fernsehen, usw. die Länder wirtschaftlich näher kennen zu lernen, aber auch die handelnden Personen sowie Exportkontakte auszuloten. Mit unserem, wie wir meinen, erstklassig gerade für den Mittelstand der Wirtschaft operierenden Wirtschaftsminister Walter Hirche und den 19 hochmotivierten Unternehmerpersönlichkeiten, haben wir hervorragende Arbeit geleistet. Unser Türöffner war sicherlich auch die Tatsache, dass uns in allen drei Ländern unser deutscher Botschafter mit ein bis zwei Empfängen unter Teilnahme vieler Entscheidungsträger aus dem privaten und öffentlichen Bereich unterstützt hat.
In den Hauptstädten der drei Länder Amman, Kairo und Tripolis wurden im Rahmen unserer Reise sehr professionelle Wirtschaftsbörsen veranstaltet. Hier hatten wir Gelegenheit mit den Entscheidungsträgern der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand Gespräche zu führen und erste Kontakte zu knüpfen. Unserem Unternehmen ist es gelungen, bei ca. 80 bis 100 Wirtschaftsgesprächen in Kairo u.a. sofort einen Handelsvertreter zu finden, der in Deutschland ausgebildet wurde und dort vor Ort als KHD Generalimporteur für Motoren drei Niederlassungen unterhält. In Libyen konnten auf Anhieb zwei Handelsvertreter aus Tripolis gewonnen werden. Einer der beiden wurde gleichfalls zum Dipl.-Ing. in Deutschland ausgebildet und ist derzeit in Kassel beheimatet. Der andere ist VW-Generalvertreter, dessen Vater war bis 1975 Hanomag Generalimporteur für ganz Libyen, hier half ein VW-Vorstandsmitglied uns bei der Kontaktaufnahme.

Es war für mich überwältigend gewesen, die Gastfreundschaft in den drei Ländern erleben zu können. Noch viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass von unserem Verständnis her, Deutschland den nahen Osten, was den Absatz unserer hochwertigen Waren anbelangt, in den letzten Jahren vernachlässigt hat. Hier sind wir speziell mit unserem Unternehmen in ein Vakuum gestoßen. Deutschland ist gerade im Bereich Straßenbaumaschinen (z.B. Walzen, Straßenfertiger, Wirtgen Fräsen) Weltmarktführer bei einem globalem Anteil von ca. 60%. Innerhalb unserer Verhandlungen ist es uns gelungen, spontan an einem öffentlichen Auftrag teilzunehmen. Unter anderem arbeiten wir derzeit an dem Verkauf eines neuen riesigen 200 t Telekran im Wert von 3 Mio. Euro. Wir sind dort aufgrund exzellenter Technik und eines überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnisses gemeinsam mit unserem Handelsvertreter bevorzugter Bieter. Zusammen mit unseren Handelsvertretern, aber auch mit den dort geschaffenen Direktkontakten zu Endverwendern werden, wir die Exportkraft unseres Unternehmens weiter stärken und damit die Arbeitsplätze hier in Marienau weiterhin sichern. Das ist entscheidende Voraussetzung dafür, dass zukünftig auch wieder mit Neueinstellungen zu rechnen ist.

Deutsche Produkte haben in den drei Ländern ein hervorragendes Image. Wir waren über die positive Resonanz überrascht, die wir dort als Unternehmer bei den Entscheidungsträgern dieser Länder gefunden haben. Jordanien ist ein Markt mit 4,5 Mio. Menschen, Ägypten mit 65 Mio. Menschen und Libyen mit 6,5 Mio. Menschen. Libyen mit seinen enormen Ölvorkommen ist sicher das wirtschaftlich fundierteste Land im nahen Osten und hat sich seit der Öffnung zum Westen sehr stark gewandelt. Dort stehen Infrastrukturmaßnahmen größeren Stils an. So ein bisschen hat mich die Situation dort an die untergehende DDR erinnert. Hier ist ein riesigen Potential für die deutsche Exportindustrie. 25% der Menschen sind dort unter 30 Jahre alt. 30% der Schulabgänger sind Hochschulabsolventen, davon viele mit einem deutschen Abschluss. Wir können die Reise in diese drei Länder als einen vollen Erfolg werten. Die sehr vielen Exportkontakte werden derzeit von uns bearbeitet. Wir hoffen, unseren ersten größeren Auftrag wie o. b., der sich insgesamt auf 4 Mio. Euro beläuft, schon im Monat September erhalten zu können.

Gerhard Schwickert


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