Weltreise führt Raupenriesen über Marienau nach Algerien
Zum ersten Mal liefere ich jetzt Baumaschinen nach Algerien, berichtet er. Ein algerisches Unternehmen hat ihm zwei riesige Raupen abgekauft. Eine wiegt 88,5 Tonnen und wird von einem 700-PS-Motor angetrieben, die andere immerhin 50 Tonnen. Die größere der beiden Raupen hat, wenn sie Algerien erreicht haben wird, eine Weltreise hinter sich.

Der Exportmarkt ist für den Baumaschinenhändler Gerhard Schwickert aus Marienau nicht nur das stärkste Standbein, sondern auch die einzige Möglichkeit, sich wirtschaftlich zu behaupten und zwischen 30 und 40 Arbeitsplätze zu sichern. Dass er gute Geschäfte mache, ist in diesen schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich.
„Unser Exportanteil ist im ersten Quartal dieses Jahres auf 80 Prozent gestiegen“, berichtet der Baumaschinenhändler, der hauptsächlich im mit gebrauchten Baggern, Raupen oder Straßenfertigern handelt. Der Anteil an neuen Maschinen, die Schwickert als Direkthändler vertreibt, beträgt nach seinen Angaben lediglich 20 Prozent. Für dieses Jahr erwartet er eine Umsatzsteigerung von 30 bis 40 Prozent. Das ist eine überaus positive Einschätzung, die die Bedeutung des Exportgeschäfts deutlich macht, denn nach Angaben des Bundesverbands der Baumaschinenhändler (bbi) erwarten die Händler in Westdeutschland im Gebraucht-, Service-, und Teilgeschäft lediglich eine leichte positive Tendenz nach deutlichen Umsatzeinbußen im Jahr zuvor. Der Absatz neuer Maschinen in Westdeutschland wird weiter rückläufig erwartet. Auswirkungen der schwachen Baukonjunktur und des Ausfalls der Kommunen als Besteller.
Der Zuwachs am Exportgeschäft liegt an vielen neuen Kunden, die die Marienauer Firma im Osten aquiriert hat, nicht zu letzt in künftigen EU-Mitgliedsländern. „Wir verkaufen in alle drei baltischen Republiken und in alle russischen Regionen“, berichtet Schwickert. Mit neuen Baumaschinenhändlern hat er das Geschäft angekurbelt, liefert zum Beispiel Straßenfertiger für den Bau der neuen Stadtautobahn in St. Petersburg. Dass deutsche Firmen Weltmarktführer im Geschäft mit Straßenfräsen, -walzen, und fertigern sind, erleichtert ihm sein Geschäft.
Gute Geschäfte auf dem Balkan
Nach wie vor gut im Geschäft sei sein Unternehmen auf dem gesamten Balkan, im nahen und fernen Osten mit Malaysia, Vietnam, Hongkong und Singapur. Obwohl Schwickert schon mehr als 30 Jahre am Markt ist, gibt es auch für ihn noch Premieren. „Zum ersten Mal liefere ich jetzt Baumaschinen nach Algerien“, berichtet er. Ein algerisches Unternehmen hat ihm zwei riesige Raupen abgekauft. Eine wiegt 88,5 Tonnen und wird von einem 700-PS-Moter angetrieben, die andere immerhin noch 50 Tonnen. Die größere der beiden Raupen hat, wenn sie Algerien erreicht haben wird, eine Weltreise hinter sich. Schwickert hat sie der australischen Armee abgekauft, zerlegt und nach Marienau bringen lassen, wo sie generalüberholt wird. Wert des Geschäfts mit den Algeriern : 750 000 Euro.
Nicht einen Auftrag erwartet er aus dem Nachkriegs-Irak. „70 Prozent der Aufträge werden an amerikanische und 30 Prozent an britische Unternehmen gehen“, schätzt er und zeigt dafür auch Verständnis.

